Krakau

02-11-2017 12:45

Die zweitgrößte Stadt Polens bietet ein historisches und gut erhaltenes Stadtbild aus Bauwerken und Denkmälern aus den Zeiten des Barock, der Gotik und der Renaissance. Die unvergleichliche Atmosphäre der Stadt wird auch durch das kulturelle Zentrum und das studentische Leben geprägt. Die kleine Schwester Warschaus vereint Geschichte, Kunst und Kultur mit einem aufregenden Nachtleben in eindrucksvoller Kulisse.

Mit halb so vielen Einwohnern wie Warschau gilt Krakau als „Paris an der Weichsel“ und die heimliche Hauptstadt Polens. Vor allem im Herbst verzaubert die Stadt seine Besucher mit trockenem und schönem Wetter, auch wenn die Hauptsaison lange schon vorbei ist.

Krakau gehört aufgrund seiner Mischung aus Kultur und Kulinarik sowie Historie und Moderne längst zu den beliebtesten Zielen der Touristen. Doch nicht nur Gäste aus dem Ausland wissen dieses spezielle Flair zu schätzen, auch viele junge Polen zieht es nach Krakau.

Zu den absolut sehenswerten Orten Krakaus gehört der Marktplatz. Der mittelalterliche, fast 40.000 m² große Platz im Stadtzentrum bietet eine große Auswahl an Cafés und Restaurants, die sich malerisch in den Kellergewölben der Häuser niedergelassen haben. Doch auch eindrucksvolle Kirchen und Paläste fügen sich in das Ensemble des Markplatzes ein. Sehenswert sind hier auch die Tuchhallen oder die malerische St. Adalbert-Kirche. Eine gute Möglichkeit die Stadt zu erkunden, bietet der Königsweg. Dieser führt entlang an zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt und ist eine gute Orientierungshilfe.

Direkt an den Marktplatz schließt sich die traumhafte Altstadt an. Seit 1978 ist sie auch Teil des UNESCO-Welterbes. Imposante Gebäude aus verschiedenen Epochen, moderne Geschäfte und gemütliche Cafés säumen hier die Wege. Hier können Sie sich treiben lassen und die Atmosphäre genießen. An der Ostseite des Marktes befindet sich die gotische Marienkirche. Zu jeder Stunde ertönt hier ein Trompetensignal. Von außen wie von innen, mit einem Hochaltar aus der Werkstatt von Veit Stoß, ist die Kirche imposant und zählt zu den bedeutendsten Wahrzeichen der Stadt. Sie beherbergt auch den größten Altar Europas, der zwischen 1477 und 1489 entstand.

Rund 20 Meter über der Weichsel auf dem Wawelhügel befindet sich die Wawelkathedrale. Das Schlossensemble ist eine auffallende Attraktion inmitten der Stadt. Die 1000-jährige Geschichte der Kathedrale ist eine Krönungsstätte polnischer Monarchen und eine Grabstätte für eine Vielzahl von Königen und Erzbischöfen. 

Ein absolut sehenswertes Gebäude ist die Jagiellonska, nach der Prager Universität die älteste in Mitteleuropa. Hier können Sie an einer Führung teilnehmen und sehen dabei sowohl den Campus und den Innenhof der Uni als auch die astronomischen Instrumente von Kopernikus, das Pharmaziemuseum und den Botanischen Garten. Mehr als ein Viertel der Krakauer sind Studenten. Diese Tatsache macht die polnische Stadt zu einer der jüngsten, obwohl die Stadt selbst mehr als 20.000 Jahre alt ist.

Wer nach Krakau reist, kommt an der bewegten Stadtgeschichte nicht vorbei. Oskar Schindlers Fabrik bietet mit seiner Ausstellung Einblick in das Leben der Juden Krakauer Ghetto und das Leben der Fabrikarbeiter, die Schindler vor einer Deportation und Ermordung durch die Nationalsozialisten rettete. Der weltberühmte Film „Schindlers Liste“ lockt unzählige Besucher in die Fabrik und daher sollte man schon früh am Morgen kommen.

Jüdisch geprägt ist auch das Viertel Kazimierz, am linken Weichselufer. Bis 1800 war es eine eigenständige Stadt eh es an die Großstadt angegliedert wurde. Heute ist es eines der spannendsten und angesagtesten Viertel Krakaus und zieht viele Studenten, junge Leute und Touristen an. Kleine Synagogen, Restaurants und Cafés finden sich in den verwinkelten Gassen und machen das Viertel zu einer historischen Sehenswürdigkeit und einem Szene-Treff zugleich. Hier lässt sich auch die polnisch-jüdische Küche testen. Ein Tipp sind Zapiekanka, knusprige Baguettes, die mit Pilzcreme, Käse und Ketchup bestrichen werden. Diese Spezialität isst man am besten im Endzior. Das sahnigste Eis der Stadt soll es in der Ulica Starowislna geben.

Die Gedenkstätte und das Museum in Auschwitz sind ohne Frage die geschichtsträchtigste Sehenswürdigkeit der Stadt. Hier wird an die Verbrechen der Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg erinnert und als eines der wichtigsten Symbole des Holocausts ist es Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Die Gedenkstätte des KZ Auschwitz ist ein bewegender Ort, der einen Besuch lohnt.

Krakau ist eine Stadt, die viele Gegensätze vereint. Dank seiner vielen Studenten ist es eine lebendige und hippe Stadt, die aber dank der langen Geschichte viele historische Sehenswürdigkeiten zu bieten hat.